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  [BERNHARD FRUE. PHESBUK]

Ausstellung
Kunstverein Medienturm
Josefigasse 1, 8020 Graz
28.01-31.03.2012

Pressegespräch:
27.1.2012, 10h

Pressedownload

Eröffnung: 27.1.2012, 20h
Di–Sa 10–13h, Mi–Fr 15–18h
Kurator Sandro Droschl
Katalog und Künstlerbuch


Veranstaltungen

Eröffnungen von CMRK 27.1.2012, 18-22h
weitere Ausstellungen eröffnen bei Camera Austria, < rotor > und Grazer Kunstverein

Gratis Bus-Shuttle:
Abfahrt Wien 15h, Oper, Ikea-Haltestelle
Abfahrt Graz 23h, < rotor >, Volksgarten

Ausstellungen im Dialog: Reinhard Braun 4.2.2012, 10h;
Daniel Pies 30.3.2012, 15h

Sonderführungen durch alle vier Ausstellungen, Treffpunkt jeweils Grazer Kunstverein


Round Table:
„Katalogformate“
24.3.2012, 15h
Verbotene Liebe: Kunst im Sog von Fernsehen (Verlag der Buchhandlung Walther König, Köln; Kooperation Kölnischer Kunstverein), The Smart Frridge. Chilly Forecast for Internet Fridge (Lulu.com), PHESBUK. Bernhard Frue (Verlag für Moderne Kunst, Nürnberg)
Zu dem umfassenden Projekt PHESBUK, das aus einer Ausstellung, einem gleichnamigen Künstlerbuch und einem Katalog besteht, ändert Bernhard Fruehwirth seinen Namen.

Den Ausgangspunkt des Projektes bildet ein Bilderzyklus in einem zwischen 2008 und 2011 entstandenen Künstlerbuch, das Frue mit ausgeschnittenen und teils überarbeiteten Gesichtern aus Zeitungen und Magazinen gestaltet hat. Aus der Flut von Informationen bleiben unzählige von ihrem ursprünglichen Kontext getrennte Gesichter übrig. In dem Künstlerbuch sammeln sie sich neu nach subjektiven Kriterien wieder zu einer Überreizung an visueller Information.

Mittels Kugelschreiber „zeichnet“ Frue die Gesichter so lange „aus“, bis sie sich aus den Zeitungen herauslösen. Bernhard Frue beschreibt seine Beweggründe, eine aktuelle Auseinandersetzung mit dem Thema Portrait zu suchen: „Den Kern der Ausstellung PHESBUK bildet ein Künstlerbuch, in dem ausschließlich Gesichter zu sehen sind, die aus Zeitungen und Magazinen stammen. Die Arbeit an diesem Buch habe ich während meines ersten Spitalsaufenthaltes begonnen, in dem Zeitungen als ein Fenster und Kontakt zur Außenwelt fungiert haben. Ein erster visueller und emotionaler Reiz waren Personen, die permanent in den Medien behandelt werden, über die ich mich, auch aufgrund meiner schwachen Konstitution körperlich gut spürbar aufgeregt habe. Sehr schnell habe ich das Interesse an Prominenten verloren und die Auswahl auf die Fotos von Gesichtern „unbekannter Menschen“ konzentriert. Aus der Flut von Information bleiben nur die ausgeschnittenen Gesichter als eine Art Restinformation übrig.“

Das Künstlerbuch wird in der Ausstellung PHESBUK installativ präsentiert und steht für ein Modell der Bewältigung und des Filters des allgegenwärtigen „Fetisch Gesicht“. In der formal seriellen Arbeit kommt es innerhalb einer durch Medien beeinflussten Chronologie zu Variationen des immer selben: der Darstellung und Sichtbarmachung von einer Flut von anonymen, nach Bedeutung und Aufmerksamkeit rufenden Gesichtern.
In der Ausstellung PHESBUK erweitert Frue zudem seinen ursächlichen zeichnerischen Ansatz erstmals hin zum Medium Video. Frue nutzt und hinterfragt die formalen Ähnlichkeiten beider Medien, indem er den Entwurfscharakter der Zeichnung mit der einfachen und schnellen Handhabe von Video zusammenführt.

Maren Lübke-Tüdow erkennt in Frue's fundiertem zeichnerischen Zugang eine medienübergreifende, nahezu performative Qualität: „Betritt man beispielsweise den Arbeitsraum des Künstlers, ist man versucht, dem ältesten künstlerischen Ausdrucksmedium – der Zeichnung – beinahe performative Qualitäten zuzusprechen […] Es geht Bernhard Frue um die Herstellung von größtmöglicher Dichte in einem Medium, das in Gestus und Ausdruck die größtmögliche Leichtigkeit und Luftigkeit für sich in Anspruch nimmt, die einem Medium überhaupt zugesprochen werden kann.“

Mit der Orientierung am klassischen Genre des Porträts treibt Frue auch in den Videoarbeiten eine aktuellen Interpretation der Selbstdarstellung voran und widmet sich den Themenkreisen Reflexion und Selbstreflexion, Loslösung und Auflösung oder Rhythmus und Codierung. Bernhard Frue spricht den Verlust von Privatsphäre, die Wahrnehmung und Selbstreflexion in sich ändernden Umfeldern und die Auflösung von Existenz an. Indem Frue den Entwurfscharakter der Zeichnung mit der einfachen Handhabe von Video zusammenführt, legt er uns seine Potenziale einer Wahrnehmung des „Fetisch Gesicht“ in die Hand.

Der die umfangreiche Ausstellung begleitende Katalog stellt den neuen Werkzyklus PHESBUK vor und reflektiert die Arbeiten der letzten Jahre.

Bernhard Frue wurde 1968 in Bad Radkersburg geboren, wuchs in Graz auf und lebt und arbeitet in Wien. Er studierte an der Universität für Angewandte Kunst in Wien und erhielt 2006 den Otto Mauer Preis. Neben zahlreichen Ausstellungsbeteiligungen hatte Frue Einzelausstellungen u.a. im Salzburger Kunstverein, in der Wiener Sezession, bei Gabriele Senn, Wien und seinen Galerievertretungen Mezzanin, Wien und Mathias Güntner, Hamburg.


Statements zum Künstlerbuch:

„GREAT, BUT WHO WANTS TO HAVE IT?“ Marian

„KLASSE!“ Friederike

„ES IST VIEL AGRESSION HIER!“ Fernando


Bernhard Fruehwirth. OPEN SKY

Bernhard Frue

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Bernhard Frue, KeaneStrichFelix, 2012. UV-Druck/Ahornfurnier 170 x 140 cm. Ausstellungsansicht Kunstverein Medienturm, Graz, Foto: Johanna Glösl

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