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  [HAUNTINGS. Heimliche und unheimliche Präsenz in Medien Kunst und Pop]

AUSSTELLUNG / KONZERTREIHE / FILMSCREENING
Kunstverein Medienturm
Josefigasse 1, 8020 Graz
25.09-17.12.2011

HAUNTINGS – GHOST BOX MEDIA AUSTELLUNG 25.09-17.12.2011
Kunstverein Medienturm Josefigasse 1, 8020 Graz

Eröffnung 24.9.2011, 11h

Di-Sa 10-13h, Mi-Fr 15-18h Sonderöffnungszeiten 25.9.-16.10.2011, Mi-So 10.30-18h Lange Nacht der Museen 1.10.2011 18-1h
Shuttleservice Wien-Graz-Wien zum Ausstellungs-rundgang des steirischen herbst 2011 am Samstag, 24.09. Information und Anmeldung unter tickets@steirischerherbst.at

Koproduktion steirischer herbst

Dank an: KIZ RoyalKino, Graz

Ausstellungsansichten auf Facebook

HAUNTINGS – SONIC SPECTRES KONZERTREIHE 06.10-08.10.2011
generalmusikdirektion Grieskai 74a, 8020 Graz

Do 6.10, 23h Harappian Night Recordings & Demdike Stare Fr 7.10, 23h Leyland Kirby & Dopplereffekt Sa 8.10, 23h Vindicatrix & Shackleton

Koproduktion musikprotokoll

HAUNTINGS – FILMABEND FILMSCREENING 10.10.2011, 19.30h cinema Hotel Mariahilf, Mariahilferstraße 9, 8020 Graz Koproduktion steirischer herbst
Seit es Medien gibt, wird ihnen stets auch ein Draht ins Jenseits attestiert. Schrift, Fotografie, Tonaufnahme, Filmbild – sie alle sind Platzhalter einer abwesenden Präsenz, einem vergangenen Anderswo, das im Hier und Jetzt nachwirkt. Unter den gegenwärtigen Bedingungen offener und elektronisch abrufbarer Archive radikalisiert sich diese Symptomatik insofern, als kaum noch ein mediales Artefakt existiert, in dem nicht ein „Geist“ oder „Gespenst“ der Vergangenheit sein Unwesen treibt oder explizit beschworen wird.
HAUNTINGS ist ein interdisziplinäres Ausstellungsprojekt von Thomas Edlinger und Christian Höller.


HAUNTINGS – GHOST BOX MEDIA
Heimliche und unheimliche Präsenz in Medien, Kunst und Pop
AUSSTELLUNG / 25.09-17.12.2011 / Kunstverein Medienturm

Angesichts der offenen, elektronischen Archive unserer Zeit radikalisiert sich dieser Verdacht, da kaum noch ein mediales Artefakt existiert, in dem nicht ein Gespenst der Vergangenheit sein Unwesen treibt. Was ist die Charakteristik dieser heimlichen Anwesenheit oder unheimlichen Abwesenheit in der Gegenwartskunst? Wie zeigt sich die Faktizität des Simulacrums bzw. diese „Präsenz eines Gespensts“ (Jacques Derrida)? Von welchen Untoten wird eine Kunst heimgesucht, deren Hauptmerkmal doch der Anspruch auf Gegenwärtigkeit ist? Welche „sinistren Resonanzen“ (David Toop) sind hier am Werk? Anhand eines kleinen Querschnitts durch unterschiedliche Medien soll erfahrbar werden, was alles in heutigen Kunstformen – uns verfolgend und heimsuchend – nachwirkt. Langversion

mit Yto Barrada, BIT Bureau of Inverse Technology, Minerva Cuevas, Leif Elggren, Michael Esposito/Carl Michael Von Hausswolff, Harappian Night Recordings, Julian House, Mike Kelley/Scanner, Jakob Kolding, Claudia Larcher, Moon Wiring Club, Baron Mordant, The Otolith Group, Walid Raad, Dr. Konstantin Raudive, Markus Schinwald, Zineb Sedira, Alejandro Vidal, Apichatpong Weerasethakul, Hans Weigand


HAUNTINGS – SONIC SPECTRES
Gespenster, Schatten und Wiedergänger in der Musik von heute
KONZERTREIHE / 06.10-08.10.2011 / generalmusikdirektion


Seit circa fünf Jahren existiert ein weiträumiges musikalisches Feld zwischen Sampledelica und Dub Noir, das als „Hauntology“ bezeichnet wird. Gemeinsam ist den Künstler/innen dieser heterogenen Szene die Arbeit mit gespensterhaften Echos und Vintage Sounds aus der Vergangenheit, die teilweise auch als Projektion einer verlorenen Zukunft gedeutet wird. Charakteristisch ist dabei das Liebäugeln mit paranormalen (Medien-)Phänomenen, deren unheimliche Nähe auf vielfältigste Weise beschworen wird. Hinzu kommen häufig ein Spiel mit Intimitäts- und Distanzeffekten sowie das Anzapfen von Referenz-Pools aus obskuren Film- und Fernseh-Soundtracks. Eine musikästhetische Spurensuche, die längst nicht mehr mit dem Stichwort Retro etikettierbar ist.

mit Harappian Night Recordings, Demdike Stare, Leyland Kirby, Dopplereffekt, Vindicatrix, Shackleton

6. 10. Harappian Night Recordings, Demdike Stare

Ein Sampleschlucker als Gamelan-Punk: Harappian Night Recordings ist das Soloprojekt des Sheffielder Musikers Syed Kamran Ali. Häufig fernöstlich wirkende Field Recordings mit der hypnotischen Patina vergangener Jahrzehnte, die an die indisch-pakistanischen Wurzeln von Ali erinnern könnten, schmeicheln sich als schamanistisch verrückte Loops und Drones in das dritte Ohr. Danach wird die Echokammer beschworen. Das englische, nach einer „Hexe“ benannte Duo Demdike Stare steht für eine okkulte Variante von Dub Noir, die das entrückte Pumpen der „Basic Channel“-Schule mit fremdelnden Synthesizerklängen und dem sinistren Nachhall von horrorfilmartigen Soundtrackeffekten amalgamiert.

Hörprobe
Harappian Night Recordings
Demdike Stare

7. 10. Leyland Kirby, Dopplereffekt

Als The Caretaker (benannt nach der Hauptfigur aus Stanley Kubricks The Shining) montiert der in Berlin lebende Brite Pianomotive zu ätherischen Soundscapes und grundiert sie mit dem Intimitätsversprechen knacksender und kratzender Vinylnadeln. Als Leyland Kirby schwelgt er in der Überzeugung, dass „die Zukunft auch nicht mehr das ist, was sie einmal war“ und illustriert seine verstörte Melancholie mit elegischen Klangmalereien: „Live for the future, long for the past.“ Der kaum öffentlich auftretende amerikanisch-deutsche Elektronik-Act Dopplereffekt bezieht sich nicht nur durch den technikaffinen Namen auf Vorläufer des Detroit-Techno wie Kraftwerk. Auch die deutschen Pseudonyme der Musiker wie die des Dopplereffekt-Gründers und Ex-Mitglieds der Techno-Mystizisten Drexciya, Gerald Donald alias Heinrich Mueller alias Rudolf Klorzeiger, weisen auf einen starken Bezug zur retrofuturistischen Tradition hin.

Hörprobe
Leyland Kirby
Dopplereffekt

8. 10. Vindicatrix, Shackleton

Scott Walker in der Disco: Der britische Bariton-Sänger und Instrumentalist Vindicatrix konfrontiert in seinen Stücken die Aura des klassischen Kunstlieds mit der aufwühlenden Ästhetik der Dancefloors unter dem Einfluss heutiger Microhouse- und Bass Cultures. So entstehen schwarzromantische, zuckende Klagegesang-Tracks, die nicht ohne Grund „alte böse Lieder“ heißen. Den Abschluss von „Sonic Spectres“ bestreitet der britische Dubstep-Pionier Shackleton, der die Bandbreite seiner paranoisch-treibenden Skull-Disco-Beats und die Vorliebe für Zwerchfell-zersetzende Subwoover zuletzt merklich erweitert hat: Im Mittelpunkt seiner neueren, mit „Deadman“ oder „Man on a String“ betitelten Stücke stehen perkussiv-tribalistische Elemente und orientalisch-afrikanisch anmutende, geisterhafte Mantras aus verhallten Sound- und Sprachsamples.

Hörprobe
Vindicatrix
Shackleton


HAUNTINGS – FILMABEND
Hölle Hamburg (Peter Ott/Ted Gaier, 2008)
FILMSCREENING / 10.10.2011 / cinema Hotel Mariahilf

Der Agitprop als Wiedergänger, Revolte & Voodoo oder die Beschwörung einer Vergangenheit im Dienst einer Zukunft, die diesen Namen verdient. Talk im Anschluss mit Ted Geier & Thomas Edlinger





Yto Barrada, BIT Bureau of Inverse Technology, Minerva Cuevas, Demdike Stare, Dopplereffekt, Leif Elggren, Harappian Night Recordings, Julian House, Mike Kelley/Scanner, Leyland Kirby, Jakob Kolding, Claudia Larcher, Moon Wiring Club, Baron Mordant, The Otolith Group, Ted Gaier/Peter Ott, Walid Raad, Dr. Konstantin Raudive, Markus Schinwald, Zineb Sedira, Shackleton, Alejandro Vidal, Vindicatrix, Michael Esposito/Carl Michael Von Hausswolff, Apichatpong Weerasethakul

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Claudia Larcher, HEIM, 2008. HD Video 16:9, 11 min 40 sec. Ansicht: Kunstverein Medienturm, 2011. Foto: Johanna Glösl

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