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  [ZGOMOBIL. Herwig Weiser]

SHOW
Verein Medienturm
Großmarktstraße 8b, A-8020 Graz
20.04-19.05.2002

AIR01. ARTIST IN RESIDENCE
Nach rund einjähriger Entwicklungszeit zeigt „AIR01. Artist in Residence“ Herwig Weiser, diesjähriger Preisträger des Düsseldorfer „Nam June Paik Award“, das mobile Steuerungs-Interface ZGOMOBIL, das für eine Vielzahl von Experimentier- und Ansteuerungsmöglichkeiten erweiterbar ist. Die Installation basiert auf einem elektromagnetischen Raster, das vom User kodierte optische und akustische Muster zulässt.
Der Medientheoretiker und Künstler Axel Roch weist anhand der Vorläuferarbeit „zgodlocator“ auf semantische Qualitäten von Weisers künstlerischem Ansatz hin: „Die Arbeit öffnet den Diskurs über elektronische Medien mit einem erweiterten Begriff der Schrift. Schrift ist nicht nur schaltbar, eine Folge von Nullen und Einsen, An und Aus, sondern elektronische Schrift ist auch eine dramatische Differenz realer Ströme. Ferdinand de Saussure hatte in seinen ‚Grundfragen der allgemeinen Sprachwissenschaft’, die zur Grundlage strukturaler Analysen wurden, das Zeichen nicht nur über Gebrauchs- und´Tauschwert begriffen, sondern – so seine Einführung in den sprachlichen Wert – auch als Einschnitte ins Reale. Vereinfacht gesagt: eine Münze hat nicht nur Vorder- und Rückseite, sondern ist auch geprägt, gegossen oder geschnitten. Genauso hat elektronische Schrift eine Qualität der Schnitte, einen Kultwert. Aus den gleichen schrifttheoretischen Gründen lautet übrigens eine der Grundannahmen der Philosophie der Differenz im Sinne von Gilles Deleuze: ‚das logische Kausalitätsverhältnis (ist) nicht von einem physikalischen Prozess der Signalisierung (zu) trennen’. Mit anderen Worten: die Logik des Computers als Elektronik erzeugt Bedeutung nur durch Einschnitte ins Reale von Strömungen. Der Computer ist eine semiotische Maschine auf der Grundlage eines physikalischen Signals.“



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Herwig Weiser, zgomobil, 2002. Installation.

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