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  [../VOYURE EN SURVOL - VISIONARY APPARATUS. Axel Roch]

SHOW
Verein Medienturm
Großmarktstraße 8b, A-8020 Graz
06.10-04.11.2001

AIR02. ARTIST IN RESIDENCE
Der Blick bricht in die Repräsentation, in die zeitliche Synthese des Bildaufbaus selbst und sucht sich eine visuelle Form im zeitlichen Zwischen der Bilder. In diesem Sinne experimentieren die Installationen VISIONARY APPARATUS und ../VOYURE EN SURVOL mit einem schwarzen Rechteck als künstlerische Kultur, die das Bild als Unterbrechung flüssiger Codes durch die Betrachtung zeigt. Der Blick wirft nicht nur Daten, sondern auch die Codes des Bildaufbaus selbst. Nicht nur passive Strukturen, sondern auch aktive Maschinen sind das dynamische Material des Blicks. Im dynamischen Spiel von Oberfläche, Rauschen und Gestalt erfinden die Betrachter unterschiedliche Gesichter in einem am Boden befestigten Spiegel. Das Bild spiegelt sich nicht als Identität, wie ein Lichtstrahl im Gesetz der Reflexion seit Euklid, sondern projiziert sich aus dem Blick, wie ein Sehstrahl, der auf eine raue Oberfläche trifft. Die wahrgenommenen und aufgezeichneten Blicke lassen die Installation zwischen Subjekt und Objekt, Beobachter und System oszillieren. Die jeweilige Sichtung zeigt sich als Experiment des Ephemeren.
Roch über die Vorgängerarbeit VISIONARY APPARATUS: „Der visionäre Apparat, nicht Gerät und auch nicht Maschine, gibt dem individuellen Betrachter den Prozess der Betrachtung als einen experimentellen und subjektiven Entwurf zurück. Der Beobachter erlebt zeitlich und intensiv ein dynamisches und fließendes Bildgedächtnis. Schnittstelle von Subjekt und Objekt ist ein sogenanntes Blickverfolgungssystem, das die selektiven und generierenden Blicke der Betrachter als subjektive Momente des Sehens ermöglicht. Der Blick reguliert meta-dynamisch das Bild nicht als Datum, sondern die Bedingungen des ständig regenerativen Bildsystems selbst. Damit ist der Betrachter nicht im Bild, sondern entwirft erst und jeweils den Prozess des Sehens selbst. Die Berührung des Blicks mit dem Ding, die Bewegungen des Auges als Körper des Betrachters finden in flüssigen Codes einen imaginativen, entwurfsorientierten Ein- bzw. Ausdruck. Die Algorithmen des technischen Visionierens adaptieren die Geschichte des Betrachters dynamisch im und durch den Prozess der Betrachtung. Subjektivität erscheint hier als radikale kybernetische Emergenz.“

Axel Roch

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Axel Roch, visionary.apparatus, Installation. Ansicht Kunstverein Medienturm, Graz, 2001.

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