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  [17/21-04. Sabina Hörtner]

SHOW / ON SITE
Verein Medienturm
Großmarktstraße 8b, A-8020 Graz
24.04-01.07.2004

REDE: Heike Maier
Sabina Hörtner gestaltet in ihren Arbeiten gerne grafische Elemente, um sie an den architektonischen Gegebenheiten des jeweiligen Umraums kontextuell auszurichten. Mittels dieser zumeist filigranen Eingriffe öffnet sie überraschende skulpturale Räume, die in ihrer variantenreichen Auslegung ein Vermessen des vorgefundenen Ausstellungsraumes wie des kulturellen Feldes vornehmen, aus dem heraus Künstler wie Rezipient in Dialog treten.
In ihrer aktuellen Arbeit wird die Terrasse des Medienturms als Aussichtsplattform genutzt, um Hörtners großformatige Installation 17/21-04 aus rund 40 Meter Höhe im richtigen Ausschnitt „lesen“ zu können. Vorerst beliebig scheinende grafische Elemente ordnen sich zu einer räumlichen Struktur. Am Vorplatz des Medienturms appliziert Hörtner orange-rote Asphaltklebebänder in einem Grundraster von rund 7x7 Meter, dessen Feinstruktur sich erst aus der Aufsicht erschließt. Weiters sind ein Dutzend handelsüblicher Laserpointer (Autoschlüssel!) aus einer Höhe von rund 30 Meter auf das Raster gerichtet, um im Spiel des Windes punktierte Farbverläufe auf die vorgefundene Struktur zu zeichnen. Aus einem adäquaten Winkel betrachtet ordnen sich so vorerst beliebig scheinende Vektoren zu einer präzise formulierten Ebene, die sich durch die Einbeziehung der Lichtelemente und das bewusste Einbeziehen des Publikums zu einer changierenden raumgreifenden Installation entwickelt.
Eine weitere Lichtinstallation „Up to the Stars“ ist im Turmzimmer des Gebäudes installiert. Der eigentliche Ausstellungsraum bleibt leer, nachts strahlt unregelmäßig pulsierendes Licht in den Außenraum. Die Signale dieses spezifischen „Leuchtturms“ sind jedoch keine Signale im herkömmlichen Sinne eines Informationsträgers. Sie entziehen sich einer weiteren Dechiffrierung und bauen eine Aura der Rätselhaftigkeit auf. Hörtners Interventionen nutzen die architektonischen wie städtebaulichen Besonderheiten des re-konfigurierten Gebäudes und dessen Umfelds, indem sie den Rezipienten im Zuge eines intermedialen, ortsspezifischen „re-mapping“ dialogische Positionen zuweist, die innerhalb eines stringenten Settings dem Zufall, im konkreten Fall dem Wetter bzw. elektrischen Impulsen, überlassen werden.

Sabina Hörtner

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Sabina Hörtner, 17/21 -04, 2004. Installation. Ansicht Kunstverein Medienturm, Graz, 2004.

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