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  [DAYS OF FUTURE PAST. Elektronische Kultur im Spannungsfeld von Technologie & Gesellschaft]

PANEL / LIVE ACTS
Kunsthaus Graz
am Landesmuseum Joanneum Lendkai 1, A-8020 Graz
22.05.2004

KONZEPT: Harald A. Wiltsche
Der Medientheoretiker Christian Höller hat im Verlauf der Reihe TECHNO-VISIONEN einen Diskursraum geöffnet, der im Rahmen des nun stattfindenden Symposiums DAYS OF FUTURE PAST rückblickend abgerundet werden soll. Höller stellte die Frage nach den der Techno-Kultur inhärenten Visionen, Stilistiken und strukturellen Bedingungen, sowohl auf ästhetischer, gesellschaftlicher als auch technologischer Ebene.
Gerade die elektronische Kultur hat im Bereich der Kunstproduktion bewiesen, dass die Grenzen zwischen akademischem Umfeld und Underground fließend geworden sind. Von Interesse für unsere Betrachtungen ist jener Bereich kulturellen und künstlerischen Agierens, der elektronische Werkzeuge einsetzt, wohlwissend, dass damit auch Codes und Strukturen vermittelt werden, die die Produktion selbst neu codieren. Technologie wird zwar zum „Way of Life“, sie wird aber auch gehackt, angepasst, hinterfragt, subversiv gebraucht. Wenn ein großer Teil der lebensweltlichen Interaktion technologisch vermittelt vonstatten geht, stellt sich die Frage, wo die gewissermaßen definitorische Macht bei der Entwicklung technologischer Möglichkeiten liegt.
Nach wie vor liegen gesellschaftlich relevante Teilbereiche der elektronischen Kultur aus soziologischer Sicht weitestgehend im Dunkeln. Die Frage nach den diesbezüglichen Gründen lässt sich dahingehend ausweiten, ob Klassen noch immer anhand von Produktions- und nicht treffender anhand von technologischen Partizipationsverhältnissen definiert werden müssten. Abschließend lohnt der Blick auf Verbindungen und Querverweise, die erst auf der Folie des Vergangenen vollends zur Geltung kommen. Doch auch hier muss es nicht allein um kulturhistorische Diskurse gehen; gerade die historische Einbettung scheinbar singulärer Prozesse kann den Horizont für eine umfassendere Analyse der elektronischen Kultur bilden.

Harald A. Wiltsche

Jochen Bonz, Hans H. Diebner, Verena Kuni, André Ruschkowski, Achim Szepanski, Harald Andreas Wiltsche

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Harald Andreas Wiltsche, Days of Future Past, 2004. mit Jochen Bonz, Achim Szepanski, Hans D. Diebner, Rene´ Ruschkowski, Verena Kuni, Kunsthaus Graz

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